Berichte

Rigi Hoflue und Zilistock

Während wir erst ab Schwyz in den starken Regen geraten, fahren die Einsiedler Bergfreunde bereits bei solchem los - Chleri mit seinem Motorrad …

So lasse ich uns allen erst eine Kaffeestartrunde im erfreulicherweise geöffneten Restaurant|Hotel Schwert in Gersau gönnen, bevor wir alle zu P. 499 hochfahren. Da mir mein Arzt dringendst abriet, diese Tour von hier aus zu absolvieren, setze ich die Fahrt mit Hildegard fort bis zum Parkplatz LSB Gersau Gschwend der LSB zum Burggeist.

Derweil macht sich der Hauptharst (der wettertüchtigen) Teilnehmer ab P. 499 auf den direkten Anstieg zum vereinbarten Zwischenziel und Treffpunkt. Noch fallen einige Regentropfen, doch beeinträchtigen diese den zackigen Aufstieg keineswegs.

 

Via (unmarkiertem) Fussweg steigen sie an zum wieder offenen Ober Strick, anschliessend weiter bis zur Einmündung in den WW auf der Mettlenstrasse und so nach Mettlen und P. 672. Im bewaldeten Hang schräg aufwärts traversierend erreichen sie Chollerboden und P. 752. Ab hier steigt der nun als BWW markierte Steig im Wald steil an, auf ~ 942 m leitet er über zu den ebenfalls steilen Alpweiden der Ochsenalp.

Hildegard und ich haben uns in der Zwischenzeit aufgemacht, um die im leichten Auf und Ab zu bewältigende Querung von der LSB-Station zur erwähnten Alp zu unternehmen. Wenige Meter auf der Zufahrtsstrasse abgestiegen, folgen wir nun dem WW, queren dabei einen Zubringer des Teuffibaches, und wenden uns an (Schuoholz) vorbei P. 936 zu. Wenig später leitet der BWW ins bewaldete Mätzistobel, durch welches der Röhrlisbach ebenfalls dem Teuffibach (respektive dem Inneren Dorfbach) zufliesst, und hinaus zum Hof Buchgrindlen.

Nach flacherer Wiesenpassage treten wir in den Wald ein, nun leicht aufwärts ansteigend, erreichen wir die überraschend attraktive am und durch das dem Grat nordwestlich vorgelagerte Felsband bei Winterhalten. Im feuchten Ambiente (doch ohne Regen) sind wir hier unterwegs, und sind angenehm überrascht von der beeindruckenden Wegführung (entlang der Felswände, öfters seilgesichert, und mit Treppenaufstiegen durchsetzt) sowie dem urigen Ambiente - sehr lohnenswert!  Nach dem Austritt aus dem Wald schliesst sich unsere Separatrunde rasch ab mit dem Zusammentreffen unserer vorausgeeilten Tourengänger bei der Alphütte.

 

Nach kurzem Halt und Austausch machen wir uns alle auf - bei zunehmender Wetterbesserung (bereits sind einige wenige blaue Flecken am Himmel erkennbar) - zum weglosen Gang (von der wrw Wegspur ist kaum etwas erkennbar) auf dem steilen Grashang zu dessen oberen Ende; hier ist die bestmögliche Überschreitung des Stacheldrahtverhaus zu finden.

Hier nun beginnt die längere Gratüberschreitung, stets im Wald entlang der zum Vierwaldstättersee abfallenden Kante, mal sanfter, mal steil ansteigend, vorwiegend auf schwach erkennbaren Wegspuren - und öfters über Fallholz schreitend oder diesem ausweichend. Häufig auf jeden Fall mit stimmungsvollen Sequenzen, welche Sonneneinfall oder Wolkenschwaden generieren. Dieser technisch wenig anspruchsvolle, doch teils leicht anstrengende Gang über den Grat gefällt (mir) auch dieses Mal wieder.

 

Nach der Überschreitung von P. 1413 und dem höchsten P. 1436 steigen wir über nasses, steiles Alpgelände ab zur Alphütte auf P. 1487Zilistock. Hier stärken wir uns kurz (die Umgebung ist zu nass und zu sumpfig, der Himmel bedeckt, um länger zu verweilen) für den Schlussanstieg zum heutigen Tagesziel, -gipfel.

 

Weiterhin feuchtnass präsentiert sich der Untergrund des BWW auf Alpweiden und im Berggelände (nun wbw ausgeschildert) hinauf zum kühnen Felszahn des (Ghandi)-Spitz (P. 1565). Wenig später wechselt der Untergrund und die Beschaffenheit der Weganlage: auf bestens mit Ketten oder Stiften gesicherter Route kann nun entlang steiler Felspartien länger hochgestiegen und -gekraxelt werden - ein Vergnügen; wenn auch hier die Sicht eine bescheidene ist.

Ein letzter Abschnitt, nun wieder meist im grasigen Gelände, leitet über zum Gipfelbereich der Hoflue; nach kurzem Besuch des höchsten Punktes lassen wir uns beim Gipfelkreuz zur einstündigen Rast nieder - zwar mit vielen Wolken ringsum, doch mit Ausblick zur besonnten Urner Reussebene, und zum Zugersee; und angenehm windstill geniessen wir in angeregter Runde das Gipfelglück.

 

Die von mir gewählte Abstiegsroute verläuft erst über die Leiter, diese wirkt auf den ersten Blick jedes Mal wieder sehr steil - und ist heute 'dank' der schmutzigen Schuhsohlen zusätzlich 'dreckig' (auch im übertragenen Sinne). Doch stellt deren Begehung keinerlei Schwierigkeiten dar - wenn man sich erst mal an den feinen Tiefblick gewöhnt hat …

Schwieriger, d.h. anspruchsvoller gestaltet sich der weitere Abstiegsverlauf: dank der intensiven Regengüsse erweist sich der meist feuchte ruppige Bergweg als echte Trainingseinheit für konzentriertes Gehen auf nassen Steinen, rutschigen Wurzeln und nassem Erdreich. Erfreulich hingegen ist während dieses längeren Balanceaktes jedoch die zunehmende Sonneneinstrahlung; so können wir, nach Bewunderung des doppelseitigen Holzskulpturwerkes an einem abgestorbenen Baum, beim Gätterlipass auf der Terrasse des Restaurants Gätterli bei Sonnenschein unseren Einkehrschwung vollziehen.

 

Nun bei permanentem Lichteinfall gehen wir die abschliessende Etappe an; erst über feuchte und sonnige Wiesen, dann im öfters lichterfüllten Schletterwald, legen wir die weiteren Abstiegsmeter zurück; am Ende der Lichtung, auf 1058 m, trenne ich mich von meiner grossen Gruppe, und lege in wenigen Minuten auf dem Strässchen den Weg zu meinem Ausgangspunkt, Parkplatz LSB Gersau Gschwend, zurück.

 

In der Zwischenzeit (bis ich mit dem PW zum Treffpunkt GersauP. 499, hinuntergefahren bin) führt, wie beim Anstieg zur Ochsenalp, wieder Ursula die Gruppe; sie steigen direkt im Wald weiter ab bis zum Beginn des BWW auf ~ 974 m (wo Hildegard und ich vormittags unsere Querung [zur Ochsenalp] begannen).

Danach folgt der angenehme Abschnitt über (Schuoholz) zu P. 936; wo wir beide vor einigen Stunden weiterschritten, wenden sie sich nun steiler dem Abstieg Richtung See zu. Dazu schreiten sie via Rotzingel übers Land, oberhalb des Röhrlisbaches, hinunter bis zur waldigen Steilstufe bis zu P. 612. Hier wird der Teuffibach überquert, und erst flach auf dessen Westseite weiter verfolgt, bis eine letzte, schöne Steilstufe hinunter leitet, in die Nähe der Brücke bei (P. 555) und zurück in die Zivilisation bei den ersten Häusern und der modernen Überbauung nahe am Inneren Dorfbach. Wenige Meter später finden sie sich, selbstverständlich unwesentlich später als ich, beim Startpunkt ein.

 

▲ 2 h (+ 25 min Pausen) bis Zilistock

 

▲ ¾ h bis Hoflue

 

▼1 h 5 min bis Gätterli

 

▼ < 20 min bis Gschwend

 

unterwegs mit Anna Marie, Doris, Helen, Hildegard, Lilly, Margrith, Sabine, Ursula, Chleri, Christian und Hansuli

 

Auf- und Abstieg von Gersau, P. 499: 1285 m

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