Berichte

Projekt Wildhorn Hütte SAC

Nach der (ab Zweisimmen) gemeinsamen Fahrt (mit meinerseits einem kurzen Marsch ab Parkplatz Hubelmatte zum Aussichtspunkt Iffigfall hoch) zur Iffigenalp, gönnen wir uns auf der besonnten Terrasse erst eine leichte Flüssigkeitszufuhr.

Bei überraschend viel Sonnenschein nehmen wir den heutigen Hüttenzustieg unter die Füsse; erst flach, bei P. 1641 den Iffigbach querend, steigen wir an zur Alp bei P. 1741 - hier tollt ein Quartett sehr junger Kälber erheiternd herum. Steiler leitet nun der BWW - mit Ausblick zur 'Quelle' aus dem Wallisberg - hoch; vor (P. 2081) führt uns Ernst jedoch vom WW weg und benutzt eine ausgeprägte Spur oberhalb; Edelweisse verdanken uns diesen kleinen Umweg ;-)
Zusätzlich ergibt sich - vor dem kurzen Abstieg zum BWW - hier ein fantastischer Blick zum Iffigsee; eine Berglandschaft sondergleichen eröffnet sich uns hier, auch unser heutiges Tagesziel zeichnet sich weiter oben bereits ab.

Flach und schliesslich nur wenig an Höhe gewinnend, schreiten wir auf dem BWW weiter bis zur Weggabelung auf 2102 m; hier setzen wir uns für eine Verpflegungsrast nieder. Insgesamt nur moderat über Alpflächen weiter empor wandernd, gewinnen wir über P. 2162 den Sandbode - eine famose Schwemmebene, mit einem Feld Scheuchzers' Wollgras bestückt. Die Hütte wirkt nun bereits nahe, der Schlussanstieg zu ihr legt am Schluss leicht an Steilheit zu, ist jedoch von angenehmen Charakter - noch verweilen wir erst auf der Terrasse der Wildhornhütte bei Sonnenschein zu den verdienten Getränken, bevor wir uns aufmachen zu einer Kuppe oberhalb zu unserer 'Rettungsübung'.
Dabei beginnt es leicht zu regnen; die von Ernst demonstrierte Flaschenzugübung (mit Bergung von Hildegard) ziehen wir dennoch durch - bevor wir uns zur Hütte zurück begeben, unser Lager beziehen und später das Nachtessen zu uns nehmen. Während diesem überrascht uns draussen starker Hagel - und freuen wir uns drinnen ob des perfekten Timings unseres Aufstieges.

Am darauffolgenden Morgen - nach dem Frühstück um 5 Uhr - ziehen wir bei Restbewölkung los; während wir steil über die Moräne hochlaufen, taucht die Sonne Germannrippe und Chilchli bereits ins erste Morgenlicht. Nach der Querung zum Bach, welcher vom Seelein unterhalb des Chilchligletschers abfliesst, sind einige Meter im grobblockigen Geröll bis zum Übergang zum Gletscher zurückzulegen. Hier legen wir unsere entsprechende Ausrüstung an, gilt es nun auf dem hier teils blankeisigen Untergrund anzusteigen.

Nach einem flacheren Abschnitt - bereits hier auf guter, trittfester, Schneeunterlage - schliesst sich ein steilerer an, welcher überleitet zum Übergang Glacier de Wildhorn | Glacier de Téné. Hier müssen wir uns der Steigeisen für den nächsten Gang über die nun freiliegenden Felszonen, welche sich als teils ziemlich zerklüftet präsentieren, entledigen.
Bald heisst es sich für den langen Gang über den Glacier de Wildhorn | Glacier de Téné wieder mit den Eisgeräten auszustatten; länger schreiten wir - nun stets im Sonnenschein - auf dem nur mässig geneigten Gletscher Richtung Gipfelziel, welches wir vorerst noch nicht erkennen können.

Wie wir jedoch die Felserhebung von P. 3110 unterquert haben, sind die beiden anvisierten Gipfel vor uns auszumachen. Noch gilt es erst eine noch sanfte Strecke, danach einen steileren Abschnitt zurückzulegen, bevor wir die letzten Meter auf Geröll zum Wildhorn zurücklegen. Leider verdecken weitreichende Wolkenfelder über dem Tal der Rhone die Aussicht zu den Walliser Viertausendern, auch der Blick zum benachbarten höchsten Waadtländer Gipfel, zum  Sommet des Diablerets ist uns nicht gegönnt - immerhin können wir einen Tiefblick zur  Geltenhütte und den Ausblick ins Saanenland bis nach Gstaad erhaschen.

Nach nur kurzer Pause brechen wir - erst im leichten Nebel - auf zum anregenden Gang zum nordöstlichen, drei Meter tieferen, Pendant; schnell löst sich jener auf, so dass rasch deutlich wird, welch Vergnügen uns erwartet: einem kurzen Schneefeld schliesst sich eine Spur im Geröll hinauf zum felsigen Gipfelgrat an. Hier beginnt - die leider nur allzu kurze Kraxelei; diese könnte gut auch mit den Steigeisen gemeistert werden …Der Fels ist von guter Qualität und gut gestuft, so dass der Tiefblick zur Nordseite gewürdigt werden kann …
Rasch erreichen wir das kleine Gipfelplateau des Wildhorn NE-Gipfels, wo wir uns zur frühen Mittagsrast niedersetzen.

Im Anschluss daran ist die letzte kleine 'Hürde' zu meistern: in einem steilen Schneefeld vor dem nordöstlich vorgelagerten Felsband heisst es vorsichtig abzusteigen - Ernst hat vorausgehend gute Tritte in dieses hineingelegt. So finden wir innert Kürze zu unserer Aufstiegsspur auf dem Glacier de Wildhorn | Glacier de Téné zurück, auf welchem wir zurück marschieren bis zur felsigen Zone, welche wir wieder ohne Steigeisen bewältigen.
Solcherart kehren wir zurück zum Übergang Glacier de Wildhorn | Glacier de Téné, wo wir wieder die Eisgeräte montieren.

Mit der nötigen Vorsicht führe ich unsere, die erste der drei Seilschaften, die etwas steilere Stufe im Trittschnee hinunter zum flacheren Abschnitt des Chilchligletschers. Nun wartet der finale, einfache Schlussgang (auch das Blankeis stellt keine Schwierigkeit dar) auf dem Gletscher zum Übergang Chilchligletscher, wo wir uns aller Hilfsmittel entledigen.

Wandernd folgen wir auf dem BWW unser morgendlichen Route - nun das Niesenhore stets vor Augen; der Abzweig zu dessen Besteigung ist auf der Moräne mit einem grünen Pfeil versehen.
Längst ist die Wildhornhütte wieder ins Blickfeld gerückt - rasch erreichen wir sie auch; ein Einkehrschwung wird genossen, und von den beiden Versorgungsflügen unterbrochen.

Bei viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen heisst es nun abschliessend den Hüttenweg unter die Füsse zu nehmen; am gut besuchten, äusserst schönen und einladenden Iffigsee vorbei streben wir in 1 ¾ h der Iffigenalp zu.
 

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