Berichte

Öhrli - Girenspitz - Säntis

Leitung: Kappeler Michael   Bericht: Ochsner Benno   Fotos: Zehnder Sarah/ Stäheli Helen   Teilnehmer: 4   Wetter: gut Es war noch sehr ruhig auf der Schwägalp, als das kleine Trüppchen loswanderte. Nicht direkt gegen den Säntis hinauf, sondern erstmals auf den Chamm zu, einem ausgeprägten Moränenrücken, der zugleich die Grenze zwischen den beiden Halbkantonen Appenzell bildet. Und wie man sich an die Stille gewöhnte, die so sehr mit der ruhig gewellten Hügellandschaft korrespondierte, kam über das Fahrweglein ein Alpabzug, fast wie eine Fata Morgana. Voraus Kinder in den prächtigen Trachten mit schneeweissen Ziegen, dann Sennen, die mit ihren melodisch gestimmten Treicheln den Kühen voranzogen, hinter dem ansehnlichen Sennten ein Fuhrmann mit Gespann, welches das ganze Milchverarbeitungsgerät transportierte. Der ganze Zug wirkte fast wie im Welttheater, und die feierliche Stimmung, die er verbreitet hatte, hielt noch lange an. Vor dem Schwizerälpli musste dann die Komfortzone verlassen werden, steil zeigte der blauweisse Wegweiser die Flanke hinauf, gegen die sogenannten Nasenlöcher. Der Pfad schien die steile Bergflanke richtiggehend nach Schwachstellen abzuklopfen, mal links, mal rechts führten die Wegspuren, kleine Wändchen mussten überstiegen werden, aber schön gesichert durch Drahtseile. In der Oehrligrueb lag noch ein Schneefeldchen, das ums Ueberleben kämpfte, und bald war der Pass Höchnideri erreicht. Nach ausgiebiger Pause wurde das Oehrli bestiegen, ein markanter Felskopf an der Westflanke des Säntismassivs, der wohl nicht allzuviele Besuche erlebte, denn der Pfad war doch recht brüchig. Der Weiterweg Richtung Säntis konnte von hier aus gut eingesehen werden, es bewegten sich auf dieser offenen und zugänglicheren Seite des Säntismassivs auch deutlich mehr Wanderer. Der Weg gegen den Blau Schnee hinauf gestaltete sich kurzweilig, noch weit oben zeugten getrocknete Kuhfladen von der intensiven Nutzung des karstigen Geländes. Das Schneefeld war aufgrund der Wärme sehr einfach zu begehen, und bald schon war das Pässchen erreicht, das den Weg zur Tierwis ermöglichte. Aber unsere Gruppe machte noch eine Spitzkehre und bestieg den Girenspitz, das letzte Refugium vor dem Touristengewimsel auf dem Hauptgipfel. Ueber die sogenannte Himmelsleiter, einer grosszügig mit Drahtseilen und Eisentritten gebändigten Felsplatte, wurde dann der Gipfel zügig in Angriff genommen und trotz zeitweiligem Gegenverkehr schnell erreicht. Da die Aussicht durch Wolkenfetzen und Hochnebelschleier etwas getrübt war, und wie besessen Selvies knipsende Touristen Unrast verbreiteten, verzog man sich in das alte Säntisrestaurant hinunter (das auf Innerrhoderboden stehe, wie Michael versicherte), genoss wohlverdiente Getränke und liess die Tour ausklingen. Die Rückreise vom Gipfel aus übernahm die Seilbahn, die Knie dankten es. Es war eine tolle Bergwanderung in ein von Einsiedlern nicht allzuoft besuchtes Gebiet, sie bot wundervolle Einblicke in appenzellisches Brauchtum und in die ungemein vielfältige Berglandschaft des Alpsteins, ein prachtvoller Tag. Danke Michael, es war super.

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