Berichte

Wanderwoche Münstertal

Sonntag, 18. August 2019 
Am Bahnhof Einsiedeln begrüssen sich an diesem strahlenden Sonntag 19 fröhliche SAC Mitglieder zur Reise ins Münstertal. 10 Personen fahren unabhängig mit dem Auto. In Zernez steigen wir ins Postauto um und geniessen die schöne Fahrt über den Ofenpass, entlang den beeindruckenden Felshängen und Schluchten. In Valchava erreichen wir unser Hotel Central, direkt bei der Postauto-Haltestelle. Die Hotelbesitzerin, Frau Claudia Bättig heisst uns herzlich willkommen. Die Koffer werden deponiert und gleich geht's zum Mittagessen. Wir geniessen erstmals von der feinen Küche die einheimische Spezialität Capuns.  Da wir im Wandertenue reisten, sind wir schnell bereit für die Einlauftour. Sie führt  dem rauschenden Rombach entlang nach Müstair. In Müstair haben wir  genügend Zeit, um das alte'Städtli' zu besichtigen und einen Drink zu genehmigen, bis uns das Postauto wieder nach Valchava zurück bringt. Claudia Bättig offeriert uns vor dem Nachtessen im Hotelgarten einen Willkommensdrink, stellt ihren Betrieb vor und wünscht uns eine erlebnisreiche Wanderwoche. Hier lernen wir auch den Reiseleiter Peter Meier kennen, der uns nun vier Tage anführen wird. Alice Kälin

  Montag, 19. August 2019
Bei leichtem Regen sind die umliegenden Berge nebelverhangen. Wir lassen deshalb unsere gute Laune nicht verderben. Statt wie vorgesehen auf den Ofenpass fahren wir mit dem Bus nach Taufers, der ersten Ortschaft im italienischen Südtirol. Ziel ist das Städtchen Glurns, das erste Städtchen im Vinschgau. Auf der rechten Talseite folgen wir dem Rombach und steigen dann auf Wald- und Kieswegen 300 Höhenmeter auf. Bald hört der Regen auf und es zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen. Wir können die Regenschirme versorgen, und die Kleider trocknen schnell. Nach 3 Stunden haben wir einen herrlichen Ausblick auf das Städtchen Glurns. Die mittelalterliche Stadtanlage an der oberen Etsch mit der vollständig erhaltenen Stadtmauer liegt wie ein Modell vor uns. Eine halbe Stunde Abstieg und wir haben unser Ziel erreicht. Mit den mitgebrachten Euros gönnen wir uns ein feines Mittagessen. Ich nehme Knödel mit Speck. Am frühen Nachmittag kehren wir zurück zu unserem Hotel und geniessen die freie Zeit. Werner Büeler

  Dienstag, 20. August 2019
Da es heute regnet entscheidet der Tourenleiter, mit dem Postauto nach Müstair zu fahren, um dort das Benediktinerinnenkloster St. Johann zu besuchen, und am Nachmittag den 'Panoramaweg' von Müstair nach Valchava zu begehen. Mit der Klosterführerin Petra Andri erleben wir eine anderthalbstündige, informative Führung durch die Kirche und die verschiedenen Räume des Klosters und am Schluss können wir noch die Kreuzkapelle besichtigen. Mit der Entdeckung der karolingischen und romanischen Wandmalereien in der Klosterkirche um 1890 und 1940 endete damals die klösterliche Stille. 1983 wurde die Klosteranlage in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Zum Mittagessen gehen wir ins Hotel Chalavaina, das 1254 erbaut wurde und immer bewohnt war. Der Besitzer, Herr Fasser erzählt uns die Geschichte seines Hauses. Die mit Arvenholz ausgekleideten Wände, Decken und der entsprechenden Möbelierung ergeben eine ganz besondere, heimelige Atmosphäre. Am Nachmittag wandern wir dem renaturierten Rombach entlang, bergwärts zum 'Cascada da Pisch'. Hier stürzt der Bach aus dem Val Pisch in einem stiebenden Wasserfall 80 Meter in die Tiefe, dicht daneben schlängelt sich der Wanderweg im steilen Wald empor zur 'Chasa Lemnius'. Weiter geht er dann über 'Belvair', einem alten Bewässerungskanal folgend, nach 'Döss da las Levras' und schliesslich zum historischen Kalkofen 'Chalchera', wo einst Kalk für den Mauerbau gebrannt wurde. Nach knapp 3 Stunden erreichen wir unser Hotel in Valchava.
Am Abend werden wir von Hanspeter Schreich, ehem. Ref. Pfarrer, eingeladen zu einem informativen und lebendigen Vortrag über Geschichte und Bevölkerung des Val Müstair. Er zeigt uns eine rätoromanische Bibel aus dem Jahre 1679 die 5kg wiegt. Ein lehrreicher Abend mit viel Information geht zu Ende. Marlies Burkard

  Mittwoch, 21. August 2019
Frühmorgens um 07:30 fahren wir mit 2 Kleinbussen von Valchava durch schöne Föhren-, Fichten- und Lärchenwälder zur Wasserscheide 'Plaun Döss Rodund' (runder Hügel) P 2234. Nach Osten fliesst das Bächli 'Aua da Vau' ins Rombach und zur Adria. Nach Westen das Bächli 'Aua da Val Mora' in den Inn und zum Schwarzen Meer. Auf einer sehr schönen Hochebene wandern wir westwärts zum Stein 'Mumma Veglia' (alte Mutter).  Eine Sage besagt, dass die jungen Hirten anfangs Sommer diesen Stein küssen mussten, damit sie den Sommer durch von dieser beschützt wurden. Weiter geht es zum Seeli 'Tea Fondada' (versunkene Hütte). Man sagt, die Hütte gehörte einem Hirten, der einem vorbeikommenden notbedürftigen Mann die Hilfe verweigerte. Darauf verschwand die Hütte im See. Der See hat keinen Zu- und   Abfluss.
Auf dem Weg begegnen wir neben Rinder- und Pferdeherden auch zahlreichen Murmeltieren, die uns skeptisch beobachten. Auch die vielen Blumen, z.B. Edelweiss, Schneeenzian und weitere Arten faszinieren uns sehr. Um die Mittagszeit erreichen wir die 'Casa da Cunfin' (Zollhaus) P 2349, das inzwischen einem anderen Zweck dient. Nach der Mittagsrast steigen einige Teilnehmer zu den 'Mineras da Fiern' (Eisenerz-Minen) empor. Bis vor ca. 500 Jahren wurde hier Eisen abgebaut. Heute werden die Kavernen wieder für Besucher begehbar gemacht. Die Tour geht weiter zur Alp Buffalora und zum Gasthaus Buffalora P 1967. Leider ist heute ausnahmsweise geschlossen, so dass wir auf den erhofften Drink verzichten müssen. Das Postauto bringt uns zufrieden wieder zurück nach Valchava. Giusep Hitz

  Donnerstag, 22. August 2019
Valchava 1412 m.ü.M. mit dem Postauto Fahrt auf den Ofenpass 2149 m.ü.M. Schönes Wetter, leicht bewölkt. Blick ins Tal und zum Ortler (Schnee). Wir beginnen mit einem leichten Anstieg durch Lärchenwald, weiter den Hängen entlang, mit Blick zur Mittwochetappe, nach Caschlot Pkt. 2393 übers Valbella bis zur Alp Munt. Unterwegs zahlreiche Edelweiss und andere schöne Blümlein gesehen. Oben am Grat entdecken wir eine Gruppe eindrücklicher Steinböcke. Trinkhalt bei Pkt. 2531. Toni Hupfauf weist auf den sehr seltenen Schnee-Enzian hin. Geologin Marianne Niggli erklärt uns den 'zuckerkörnigen' Dolomit. Über Lai da Juata zur Alp Campatsch Pkt. 2087. Mittagshalt machen wir beim Restaurant La Posa bis um 13.15 Uhr. Jetzt hinunter nach Lü, mit Postauto nach Fuldera. Über den Höhenweg wandern wir entlang dem frei durch die Landschaft fliessenden Rombach zurück nach Valchava. Alle sind zufrieden mit dem heutigen Tag. René Schönbächler 

  Freitag, 23. August 2019
Auch der letzte Tag beginnt mit schönstem Wetter. Nach dem ausgiebigen Morgenessen und der Zimmerräumung bringt uns das Postauto nach Tschierv. Die anschliessende Wanderung geht leicht abwärts nach Fuldera, wo wir das Kirchlein und die schönen Häuser bewundern. Nach gut zwei Stunden durch Wald und Wiesen erreichen wir wieder unser Hotel Zentral in Valchava. Hier treffen wir uns nochmals zu einem gemeinsamen Mittagessen und verabschieden uns von der freundlichen Gastgeberin Claudia Bättig und dem ganzen Team, das uns so vorzüglich bewirtete. Nachdem alle Rucksäcke und Koffern verladen sind, geht es mit dem ÖV und den Privatautos heimwärts. Herzlichen Dank allen Kolleginnen und Kollegen für die erlebnisreiche Wanderwoche. Fredi Kälin              

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