Berichte

Chalberstöckli - Gr. Mythen

Chalberstöckli - Gross Mythen, 1898 müM / 
Sonntag, 21. Okt. 2018 / 
Teilnehmer 5 / 
Leiter: Martin Ochsner / 
Fotos: Eveline Späni und Martin Ochsner / 
Bericht: Benno Ochsner /   Möchte ein Tourenleiter ein Unternehmen auf Niveau T6 ausschreiben, kommt die Information zwangsläufig etwas martialisch daher. Und wirkt damit eher abschreckend als verlockend. Nichtsdestotrotz haben sich sieben Clubmitglieder zur Tour angemeldet, von denen dann auch fünf pünktlich auf der Matte standen - respektive im Postauto Richtung Brunni sassen - und optimistischerweise sogar ein Retourbillett gelöst hatten.
Für diesen unglaublich lang andauernden Sommer, an welchem sich Bergsteiger abgewöhnt haben, überhaupt noch eine Jacke einzupacken, war es auf dem Talboden erstaunlich frisch, Tau lag auf den Weiden. Erst am Berg, oberhalb des Verbindungssträsschens Holzegg - Zwüschet Mythen, wurde es wärmer und trocken. Ruhigen Schrittes führte Martin das Trüppchen die Geröllhalde hinauf in die Scharte beim Chalberstöckli. Für alle Fälle wurden hier die Klettergstältli angezogen. Kurzweilig gings dann weiter den schwach ausgeprägten Grat hinauf, mal auf Felsstufen steigend, dann wieder an Graswäslig kletternd und ab und zu boten knorrige Föhren sichern Halt.

Gemächlich wurde an Höhe gewonnen, wo nötig kamen Seile zur Sicherung zum Einsatz, eine 'Schlüsselstelle' nach der andern wurde ohne Hektik gemeistert. Und nach dem grossen, fast klettersteigmässig armierten Quergang wurde der flachere Teil des Nordostgrates gewonnen. Pause an wunderbar milder Herbstsonne. In sehr angenehmer Ruhe konnte der Znüni genossen werden, während drüben am Mythenweg im Bereich des Steinbänkli Bergwanderer wie Ameisen hinauf und hinunter krabbelten. Vor dem letzten steileren Aufschwung wurde noch das Routenbuch bedient, das so typisch schweizerisch in einer Gamelle lagerte, die an einer Grotze angekettet war. Und schon war der Weg erreicht und zwar genau genau in der Kurve, wo die Mythenbesteiger erstmals in die Nordflanke hinuntergucken konnten. Und das kleine Grüppchen wurde bestaunt, als ob es soeben einem Raumschiff entstiegen sei - schleunigst wurden also alle Spuren, die auf Nicht-Weg-Benützer hinwiesen, in den Rucksäcken versteckt, und dann mit dem Strom der Wanderer der Gipfel  erreicht.

Der erhebliche  Dichtestress auf der Kulmination dieses 'Matterhorns für Wanderer' hielt erstaunlicherweise an, bis unten im Weidland der Weg fluchtartig verlassen werden konnte. Und weil das Postauto sich eben zur Abfahrt bereit machte, musste die obligate Nachbesprechung der Tour bei einem Bier bis Einsiedeln hinausgeschoben werden - vergessen wurde sie nicht.

Danke Martin, es war eine superschöne Tour.

 

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