Berichte
Piz Terri 3149 m - Piano della Greina
Leitung: Claudia Göller
Teilnehmer: 4 Clubmitglieder
Bericht: Raimund Sigrist
Wetter: Freitag und Sonntag schön, am Samstag durchzogen mit Wolken
Freitag, 4. 9.26
Grosser Stress beim Start, der Berichtende erreicht buchstäblich in letzter Minute den Zug Richtung Wädenswil. Schliesslich entspannte Fahrt bis Vrin, wo der Bus Alpin bereit steht und uns bis Puzzatsch Parvalsauns bringt. Gemütlicher Aufstieg bei wolkenlosem Himmel zum Pass Diesrut, dank leichtem Wind nicht überaus heiss. Auf dem Pass bläst es stärker, wir verschieben die Pause nach unten mit Blick auf die glitzernden Schwemmebene des Rein da Sumvitg, eines der schönsten Gebiete der Greina-Ebene. Wunderbar auch, wie drei Adler über uns kreisen. Die Hängebrücke bei Punt la Greina verkürzt den Weg zur Terrihütte, so bleibt genug Zeit für ein erfrischendes Fuss- (Yvonne, Patrizia) bis Ganzkörperbad (Claudia, Raimund) in einem der Bergseeli am Wegrand. Ausklang auf dem Platz vor der Hütte mit Blick auf die Hinterseite des Tödi.
Samstag, 5.9.26
Kurz nach 7 Uhr geht es los - der Tödi ist in den Wolken, im Süden blauer Himmer - zurück über die Hängebrücke und weiter über die Ebene des Rein da Suvitg. Von Weitem sehen wir die Wegspur, die ins Val Canal führt und folgen diesem nur mit Steinmannli markiertem Weg bis zum Laghet la Greina, der durch den Rückzug des Terrigletschers entstanden ist. Hinter dem See kurze Stufe hoch, bald erreichen wir den blau-weiss markierten Weg, der von der Capanna Motterascio hoch führt. Waren wir bisher alleine, sind einige andere auch unterwegs. Nun geht’s einen steilen, schuttigen Hang hoch - wir fürchten schon den Abstieg - bis zur eigentlichen Schlüsselstelle, einem kurzen Couloir in einem Felsband, mit Ketten gesichert, einfacher als die Schutthalde unter uns. Auf dem Gratkamm sehen wir bereits das Gipfelkreuz und meinen, es sei nicht mehr weit, was immer täuscht. Auf Wegspuren steigen wir die abschüssige Flanke hoch, teils über Felsbänder, teils über mit Schiefersteinen gemischte Sandbänder, da trocken aber kaum Abrutschgefahr. Um 11.15 Uhr bereits auf dem Gipfel des Piz Terri 3149 m. Die Tödi-Wolken drücken rüber, es fallen einige Tropfen, nur kurze Gipfelrast. Problemloser Abstieg, der beim Aufstieg befürchtete Schutthang erweist sich zum Glück als recht kompakte Masse. Abstieg zur Capanna Motterascio, Yvonne und Patrizia zieht es voraus, Claudia und Raimund nehmen es gemütlicher und verweilen kurz vor der Hütte in Heidelbeerbüschen. Die Tessiner Sonne hat die Tödi-Regenwolken vertrieben, wir geniessen den Rest des Nachmittags auf der Terrasse hoch über dem Luzzone Stausee.
Sonntag, 6.9.26
Der dritte Tag ist der Greina-Ebene gewidmet. Ausschlafen bis fast 7Uhr. Kurz vor 8 Uhr sind wir bereit und froh um die Windjacken, da kräftiger Wind bei wolkenlosem Himmel. Sanfter Aufstieg Richtung Crap la Crusch, der Kantonsgrenze Tessin/ Graubünden. Bald schon erkennen wir eine Nebelbank weit weg, der Wind bläst diese in unsere Richtung, nur kurz wandern wir durch eine dicke Nebelwand und werden bald darauf mit einer mystischen Stimmung belohnt: Bei aufgehender Sonne löst sich der Nebel auf. Nebelfetzen ziehen davon und das nasse Gras glitzert wunderbar. Nächstes Ziel der Greinapass, dort weichen wir vom Wanderweg ab, kommen an zwei von der Natur geschaffenen Felsenbögen vorbei und folgen einem schmalen Pfad durch eine wilde, kleine Schlucht, balancieren über Granitblöcke und erreichen bald die Capanna Scaletta. Aperitiv mit Bier und Käseplättli auf der Terrasse bei angnehmer Sonne. Um 12 Uhr geht’s über einen gut ausgebauten Weg eine Steilstufe runter ins Tal. Der erfreulich viel Wasser führende Brenno della Greina erfreut uns mit Wasserfällen und diversen Wasserbecken, die zum Baden einladen, doch leider fehlt die Zeit. Bis Campo (Blenio) zieht sich der Weg in die Länge, unten teils auch der Teerstrasse entlang, es bleibt Zeit für eine Glace kurz vor der Bushaltestelle. In erstaunlichen 2 ¾ Std bringen uns Bus und Zug nach Einsiedeln zurück. Wunderbare Tage in angenehmer 4er-Gruppe. Danke Claudia für die Organisation!

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