Berichte

Jegihorn (S-Kante), Lagginhorn 4010 m

  • Leitung: Urs Horath (Bergführer), Roland Leimbacher
  • Teilnehmer: 8 Clubmitglieder
  • Wetter: schön, ausser am Anreisetag
  • Fotos: alle
  • Bericht: Claudia Göller

8 SACler starteten am Freitag, motiviert durch die gute Wetterprognose fürs Wochenende und gespannt auf unsere Tour. Der Tag brachte dann im Wallis zunächst immer wieder Regenzellen, so dass aus dem geplanten Einklettern ein gemütlicher Bummel- Shopping- und Kaffeehalt in Saas-Fee wurde. Zum Glück fuhr der obere Teil der Hohsaasbahn trotz Wind am Nachmittag für die Bergsteiger, so dass wir wie geplant in der Hohsaashütte übernachten konnten. Mit der Wetterbesserung am Abend hatten wir bereits beste Aussicht auf viele 4000er (Strahlhorn bis Dom) und den etwas traurigen Anblick des Triftgletschers Richtung Weissmies. Die Weissmieshütte ist diesen Sommer wegen Umbau geschlossen, zum Leidwesen von Roland, der ursprünglich das Projekt “SAC Hütten” umsetzen wollte.

Für den Samstag war die Jegihorn 3206 m S-Kante, 5a+, 13 SL (Projekt “klassische Grattouren”) geplant. Da wir 4 Seilschaften waren, entschieden wir, dass 2 Seilschaften stattdessen die Route Alpendurst im ähnlichen Schwierigkeitsgrad klettern. Ausgerüstet mit Klettermaterial und “Finken” (die Mutigen unter uns auch mit festen Bergschuhen) erreichten wir zeitgleich den Gipfel. Alle waren begeistert von den super abgesicherten Routen, der einfachen Routenfindung und dem schönen Fels.

Die anfänglichen Bedenken, dass Schneefall vom Freitag die geplante Tour aufs Lagginhorn 4010 m über den Südgrat vom Lagginjoch 3499 m nicht zulässt, verflüchtigten sich schon bei der Anreise am Freitag: Der Grat war komplett schneefrei!

Wir starteten am Sonntag um 4.30 Uhr bei der Bergstation Hohsaas 3101 m auf einem recht bequemen Weg. Bis zum Bergschrund mussten wir zwei Firnfelder überqueren. Nach der ziemlich rutschigen Passage über das erste ging das zweite mit den Steigeisen problemlos, die Spalten waren gut zu sehen und zu umgehen. Den Bergschrund direkt unterhalb des Lagginjochs konnten wir mithilfe eines Fixseiles unschwierig überwinden und erreichten das Joch pünktlich zum Sonnenaufgang. Dort begann der Felsgrat mit grandioser, anhaltender Kletterei im I. und II. Grad. Der Gneis erwies sich als äusserst fest und zuverlässig, es konnte am kurzen Seil immer gut an Felszacken gesichert werden. Die Route folgt meist direkt der Gratkante. Es galt, grosse und kleine Gendarmen und auch einige luftige Passagen und Stellen im II. und III. Grad zu überwinden. Zweimal seilten und kletterten wir ab. Der anschliessende Weiterweg über die Südschulter zog sich aufgrund der permanenten Konzentration in die Länge. Nach gut 6.5 Stunden anspruchsvoller Gratarbeit erreichten wir glücklich das Gipfelkreuz des Lagginhorns 4010 m.

Der Abstieg erfolgte via WSW-Grat (Normalweg) zunächst über Blockgelände, dann auf einem guten Weg und am Schluss mit einem kurzen Gegenanstieg zurück zur Hohsaashütte. Dort sammelten wir unser deponiertes Gepäck ein und gelangten mit der Bahn bequem zurück nach Saas-Grund.

Danke Roland für die super Idee und Organisation, Urs für die kompetente Leitung und allen für die gute Stimmung und Kameradschaft.

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