Berichte
Schächätaler Windgällen 2764 m
Als wir uns am Morgen um 6.30 Uhr am Sennhofplatz versammelten, war die Glut des Kletterns unter den 3 M (3 Musketieren) und mir noch nicht entfacht. Markus wollte lieber mit einem Kunden Zeit in Immola verbringen. Marcel S. war noch in Gedanken an der Hochzeit seines Freundes vom Freitag. Marcel K. träumte vom schnellen Autofahren mit seinem Cupra. Nach der Kaffeepause im Alpina Unterschächen war dann schon mehr vom Berggefühl in der Luft. Als Marcel dann mit seinem Cupra Formentor fast direkt bis ins Alpler Tor raste, war dann das Feuer vom Klettern und den Bergen entfacht. Der Aufstieg vom Mettner Butzli war schattig und fast frostig. Ob es die Sorge vor dem Einstieg oder die Angst vor der ersten Seillänge war, bleibt bei mir bis heute ungelöst. Die Schuhe inkl. Socken beim Einstieg waren jedenfalls tropfnass und wurden aussen auf dem Rucksack getrocknet. Das hält jedenfalls auch anderen Kletterpartien fern. Im Alpler Tor wurde angeschirrt. Da unsere Truppe im Gegensatz zu anderen Kletterern keine Joints dabei hatte, stiegen wir eiskalt in den direkten Westgrat der Schächentaler Windgällen ein. Der Kaltstart liess meine Knie zittern und wegen der Steilheit schmiegte ich mich mit dem Gesicht an die steile Wand im V+A0, so nahe an den Fels, dass sich wohl die Haare und Fussel der Kletterer vom ganzen Sommer auf meine Kleider verteilten. Zum Glück war ich der Letzte und musste die Blamage der zitternden Knie nicht mit den Musketieren teilen. Nach einigen steilen Seillängen wurde mein Vertrauen grösser und ich konnte an der allgegenwärtigen Zünderei wieder teilnehmen. Der Grat legte sich oftmals zurück und es gab entsprechende Gehpassagen mit zwei Steilstufen dazwischen. Glücklich und an den Berg gewöhnt, erreichten wir den Gipfel für die fröhliche Rast. Es durfte geprahlt werden. Der Blick in die Ruchen-Nordwand gegenüber motivierte uns zu suchen, wo der Routenverlauf sein könnte. Aber da niemand von uns je dort war, blieb es bei Behauptungen. Der Abstieg über die Ostflanke und zurück zum Auto verlangte auch noch Konzentration und wir staunten über die saftig-grünen Wiesen im Schächental. Die Kühe hatten Marcels Cupra in Ruhe gelassen und so war das Tal-Bier im Restaurant Alpina das nächste Highlight. An der Axenstrasse ein Köpfler in den Urnersee durfte natürlich nicht fehlen und wir stiegen als saubere Helden aus dem Wasser der Sisiker Badi. Nur die stinkenden Socken erinnerten bei der Heimkehr an den Nervenkitzel und die Herausforderungen des Tages. Danke für die schöne Tour!

Sponsoren
