Berichte

Rotondohütte - Passo di Cavanna

Leitung: Elsbeth Kuriger
Teilnehmer: 5 Clubmitglieder
Bericht: Elsbeth Kuriger
Fotos: Helen, Christian
Wetter: sonnig, Samstagabend Nebel

Samstag: Früh ist es, Zugabfahrt kurz vor 6 Uhr, die frisch gebackenen Grosseltern schaffen es in letzter Minute. Nach angenehmer Zugfahrt und einem (mühsam) geschwätzigen Postautochauffeur erreichen wir den Furkapass bei strahlender Sonne. Die Zivilisation lassen wir bald hinter uns und beim Übergang beim Stotzingen Firsten wird diskutiert, wo man hier im Winter mit den Skiern genau hochläuft. Wir realisieren auch, dass es einen “Muttengletscher” (den wir bald vor uns sehen) und einen “Muttgletscher” (den man mit Skiern schon ins Goms runtergefahren ist) gibt. Nach dem Abstieg in den Talgrund von Mutten folgt der Gegenanstieg zum Rottälligrat. Anstatt den offiziellen weiss-rot-weissen Wanderweg, der seit einigen Jahren durch die Nordflanke des Tälligrats zur Rotondohütte führt, nehmen wir den alten weiss-blau-weissen Weg zum Rottälligrat bis P. 2749, resp. zum “Sunrise-Mountain”, wie man ihn in der Hütte nennt. Nun geht’s steil runter zur Rotondohütte, zum Glück kommt der Nebel erst jetzt. Nach Suppe, Kaffee und Kuchen folgt ein Spaziergang zu den Gletscherseen beim Witenwasserengletscher. Dort treffen wir eine “Meerjungfrau auf Eisschollen” und ein paar Steinböcke im Nebel. Nach dem Znacht die freudige Nachricht des Tages: Ein weiteres Grosskind wurde heute Nachmittag geboren!

Sonntag: Begrüsst werden wir von einer wolkenlosen strahlenden Bergwelt. Wir starten kurz vor 7.30 Uhr; eine lange Tour bis zum Gotthardpass steht bevor. Den ersten Gipfelkuss gibts bereits nach 1.5 Stunden auf dem Hüenderstock 2888 m. Weiter geht’s auf dem extrem gut markierten Weg (fast alle 2 Meter ein Zeichen) zum Hüendersattel. Nordseitig des Ronggergrats führt ein breiter Plattenweg aus der Kriegszeit zum Cavannapass 2613 m. Alte Biwakstellungen deuten darauf hin, dass man hier für einen möglichen Angriff aus dem Süden gewappnet war. Ab dem Cavannapass geht’s runter Richtung Bedrettotal. Vergeblich (zum Glück!) warten wir auf die drei kläffenden Herdenschutzhunde, die sich irgendwo im Gebiet aufhalten sollen. Bald schon verlassen wir den offiziellen Wanderweg und es geht wieder obsi zur Cresta del Poncionetto. Die abschüssige Stelle mit der ausgerissenen Kette traversieren wir problemlos und kurz vor dem Passo di Lucendro geniessen wir unser Zmittag. Nun folgt der letzte Aufstieg, zuerst auf guten Wegspuren, dann durch Blockgelände kraxelnd, zu einer Einsattelung südlich der namenlosen Erhebung P. 2758. Hier erwartet uns eine kleine Marien-Statue. Jetzt geht’s, nördlich der Fibbia vorbei, runter Richtung Gotthardpass. Steinblöcke, soweit das Auge reicht! Einen offiziellen Weg gibt es nicht, hie und da ein Steinmännchen und wir kraxeln auch mal auf dem Füdli runter zu den Seelein bei P. 2387, von wo uns deutliche Wegspuren zurück zur Zivilisation führen. Müde und glücklich stossen wir auf der Terrasse auf die fitten Grossmütter, den fitten Grossvater und die gelungenen zwei Tage an. Schöin isch es gsii!!

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