Berichte
Hochtourenwoche Saas-Fee mit 4000ern
Bericht: Teilnehmer
Fotos: von allen
Wetter: von allem etwas
1.Tag:
Wir fahren zu einer gemütlichen Zeit in Einsiedeln ab und sind gegen Mittag in Grächen-Gasenried ob St. Niklaus im Wallis. Auf einem Picknick-Platz am Dorfausgang laben wir uns vor dem Aufstieg zur Bordierhütte. Dieser führt anfänglich durch duftende Wälder und grüne Alpen und ist aufgrund der dortigen Temperaturen schweisstreibend. Immer alpiner wird die Umgebung; nach ca 3.5 h und 1200 Hm erreichen wir die Hütte. Ein wunderschöner Abendhimmel erwartet und nach dem Abendessen mit Steinböcken vor der Hütte.
2. Tag:
Heute war der Panoramagrat über Gross Bigerhorn, Balfrin und Ulrichshorn vorgesehen. Da die Wetterprognosen für die Besteigung des Nadelhorns am Mittwoch schlecht waren, entschieden wir uns am Vorabend, bereits am Dienstag das Nadelhorn zu besteigen. Wir starteten um 4.30 Uhr im Stirnlampenlicht Richtung Riedgletscher. Gross Bigerhorn und Balfrin liessen wir links liegen und liefen in Zweier-Seilschaften über den Riedgletscher direkt zum Ulrichshorn. Am Ulrichshorn gibt es ein hübsches Bänklein, das zu einer Pause einlud. Von hier aus liess sich der weitere Verlauf unserer Tour über den NE-Grad zum Nadelhorn gut einsehen. Nach einem kurzen Abstieg zum Windjoch begann der etwas mehr als 1 km lange Aufstieg über den NE-Grat. Zum grössten Teil auf Schneepfaden, aber auch mit der einen oder anderen Kletterpassagen. Um 10 Uhr konnten wir uns zur Besteigung des Nadelhorns 4327 m gratulieren. Nach den obligatorischen Fotos, Aussicht Geniessen und einer Stärkung ging es über die Aufstiegsroute zurück zum Windjoch. Von dort aus weiter über den Hohbalmgletscher zur Mischabelhütte, unserem zweiten Nachtquartier. Da der angekündigte Regen erst am Abend einsetzte, genossen wir den Nachmittag auf der Sonnenterrasse bei Kaffee und Kuchen.
3. Tag:
Um 7 Uhr genossen wir in der Hütte ein stärkendes Frühstück. Die Wetterprognose versprach gutes Wetter bis zum Mittag, perfekte Bedingungen für unseren heutigen Abstieg ins Tal. Doch was auf der Karte nach „gemütlich“ aussah, entpuppte sich bald als ziemlich steiler Weg. Der Abstieg nach Saas-Fee forderte unsere Knie und Konzentration. Trotz der Anstrengung war die Stimmung bestens, begleitet vom beeindruckenden Panorama und dem Wissen, bald wieder festen Talboden unter den Füssen zu haben.
Im Tal angekommen, bezogen wir unser Hotel und gönnten uns eine kurze Pause. Doch langes Stillsitzen lag nicht drin. Das Alternativprogramm wartete. Der Klettersteig durch das wilde Bachtobel der Fee-Vispa bis nach Saas-Grund ist nur mit einem Bergführer zugelassen und dank Urs wurde dieses Abenteuer ermöglicht. Leitern, luftige Seilrollen und spannende Abseilpassagen forderten unseren Mut und sorgten für Nervenkitzel.
Glücklich und erfüllt von den Eindrücken des Tages kehrten wir zurück nach Saas-Fee. Eine wohlverdiente Dusche im Hotel brachte neue Frische, der Apéro rundete den Tag genussvoll ab und die feine Pizza schmeckte nach all den Erlebnissen doppelt so gut. Bei angeregten Gesprächen und viel Lachen schmiedeten wir bereits Pläne für die kommenden Tage.
4. Tag:
Am Donnerstag stand uns ein vergleichsweise leichter Tag bevor. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel machten wir uns mit Bus und Bahn von Saas-Fee auf den Weg nach Furggstalden. Dort starteten wir über den Erlebniswanderweg mit seinen eindrucksvollen Hängebrücken. Der Weg führte uns weiter via Almagelleralp in Richtung Almagellerhütte 2893 m. Da nur am Morgen ein trockenes Wetterfenster vorhergesagt war, legten wir ein zügiges Tempo an den Tag. Punktgenau mit den ersten Regentropfen erreichten wir die Hütte. Nach dem Mittagessen verbrachten wir den verregneten Nachmittag in der Hütte mit Tee Trinken und Karten Spielen. Zum krönenden Abschluss des letzten gemeinsamen Abends genemigten wir uns nach dem Abendessen noch einen Génépi. Anschliessend gingen wir früh zu Bett und waren somit bestens ausgeruht für den letzten Gipfel.
5. Tag
Nach sehr windiger Nacht ging es um 5.30 Uhr doch recht windarm los, langsam hochsteigend zum Zwischenbergenpass.
Da hier oben der gestrige Regen leichter Schneefall war, montierten wir die Steigeisen. In den gewohnten Seilschaften ging es den SSE-Grat langsam kraxelnd hoch.
Die Nebelschwaden und Wolken verblassten mit den zunehmend starken Sonnenstrahlen und wir erhielten freien Blick auf das Alpenpanorama von Monte Rosa über Mischabelgruppe zum Weisshorn und natürlich dazu die drei prominenten Berner Bietschhorn, Aletschhorn und Finsteraarhorn.
Nach ca. 1100 Hm und 3.5 h erreichten wir den Gipfel mit herrlichem Rundum-Blick.
Der Abstieg war über die WNW-Flanke vom Triftgletscher. Eine gute Trittspur war vorzufinden. Im unteren Teil war es doch noch steil und es ging über manche Gletscherspalte.
Der Abstieg war zügig, da wir vom Hohsaas die Höhenmeter mit dem Gondeli vernichteten. Ab Chrüzboden war dann noch Monster-Trottifahren angesagt.
So waren wir nach dem Mittag schon im Saas-Grund und machten uns in vollen Zügen auf den Heimweg weg.
Fazit: 5 tolle Tage mit dem Wetter angepasstem Programm.

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