Berichte

Fleckistock 3416 m.ü.M.

Leiter:                         Martin Ochsner
Teilnehmer:               6 Clubmitglieder
Verhältnisse:              Samstag gut, Sonntag schlecht
Bericht:                       Benno Ochsner
Bilder:                         diverse Fotografen

Der Wetterbericht fürs Wochenende war durchzogen, am Samstag recht gut und warm, für Sonntag aber mindestens ab Mittag Regen. Nun, nicht eben verwöhnt mit Sommerhochs wurde die Tour in Angriff genommen, vorab da auch der Samstag nicht als blosser Hüttenaufstieg geplant war.

Von und mit Hermanns kommodem Büssli zeitig ins Göscheneralptal gebracht, startete die Gruppe um halb acht  Richtung Salbithütte. Der gepflegte Wanderweg liess sie rasch an Höhe gewinnen, nur nach dem Regliberg stockte der Fluss ab und zu, allzu üppig waren die Stauden mit herrlich mundenden Blaubeeren behängt. Bei der kleinen Salbithütte, die sich in den letzten Jahren vom Basislager der Kletterer zu einem Wanderziel gewandelt hat, blieb Zeit für Kuchen und Kaffee, natürlich mit wunderbarem Blaubeerkuchen. Der Weiterweg führte an den Einstieg zum bekannten Südgrat des Salbit und gleich danach an die berühmte Hängebrücke. Hier wurde umgerüstet, Stöcke weg, Klettersteigsets montiert. Der mit leichtem Gefälle über einem tiefen Granittobel hängende Steg ist erstaunlich stabil gebaut und lässt die Gruppe mit leichtem Schwingen und gutmütigem Schaukeln passieren. Natürlich verzögern kleine Fotohalte nun den Weiterweg, Zurufe von Kletterern am Salbit Westgrat liessen aufblicken, ganz nah über dem Grüppchen wechselte eine Steingeiss mit ihrem Jungen über ein ausgesetztes Bändchen zu einem andern grünen Fleck am Fels. Bald war auch das Salbitbiwak erreicht, das unsere Nachbarsektion Mythen in den Sechzigern erstellt hat; es zeigt sich gut im Schuss und offenbar häufig benützt. Der Weiterweg führte über sperrige Geröllhalden, kleine grüne Flecken und Granitplatten zum mächtigen Horefellicouloir, in das man, von Kabeln gesichert, über Leitern hinunter steigt. Unten scheint's öfters strub zu und herzugehen, verbogene Verankerungen und zerfetzte Seilreste sprechen  Bände. Also trotz Gegenverkehr die Gegenseite zügig wieder hinauf, auch da werden die abschüssigen Granitplatten mit langen Leitern überwunden. Endlich Zeit für die Mittagsrast. Dann zieht sich der Weg der Flanke entlang ordentlich in die Länge, gefühlt geht's mehr auf- als abwärts, bis man endlich gerade auf die Voralphütte hinunterschauen kann, die dann nicht lang darauf auch erreicht wird. Auf der sonnigen Terrasse kann mit einem kühlen Getränk schon mal ein Erholungsstündchen eingezogen werden.

Am Sonntag früh um Fünf war das Grüppchen am Aufstieg Richtung Fleckistock. Obschon die Hütte gut besetzt war, kam neben den Einsiedlern niemand zum Frühstück, entweder hatte man die Wetterprognose weniger optimistisch interpretiert oder es waren halt «Nur-Wanderer». Jedenfalls hatte es in der Nacht leicht geregnet, was wegen des Getöses, das die nahegelegene Voralpreuss veranstaltete, nicht zu hören gewesen war. Wie üblich ging es in der ersten Stunde im Lichte der Stirnlampen erstaunlich leicht den Berg hinauf, alles war angerichtet für eine wunderbare Bergtour, wenn nach einer Stunde nicht der Regen eingesetzt hätte, erst leicht rieselnd, aber sehr ausdauernd. Nach dem Anziehen der Regenkleider und der Hoffnung, dass dies vielleicht nur ein Sprützli zum Abgewöhnen sei, ging der Aufstieg dem schwach erkennbaren Pfad entlang weiter. Aber von Schonen keine Spur, und der Wetterradar strafte seine Angaben vom Vortag  Lügen. Der Wetterverlauf vom Vormittag zeigte dann, dass der Entscheid zur Umkehr völlig richtig war. Immerhin gab's in der Hütte nochmals einen Kaffee und dann wurde der Hüttenweg talaus in Angriff genommen. Wenn uns die Niederschläge nicht gerade begeisterten, den Alpensalamandern (Rägämöllänä) schienen sie hochwillkommen zu sein, geradezu im Dutzend kreuzten sie den Pfad und gingen eilig ihren Geschäften nach. Dann liess der Regen nach und das Auto wurde so zeitig erreicht, dass just vor Mittag Einsiedeln wieder erreicht war.

Trotz entgangenem Gipfel zwei sehr schöne Bergtage in guter Kameradschaft.
 

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