Berichte

Sihltalhütte-Rosenhöchi

  Hurra, wir Veteranen haben eine neuen Tourenleiter!  Seine erste Tour: T2, 5 Stunden und 600 Höhenmeter schrecken mich zwar ab, da telefoniere ich mal, ob er mich mitnimmt und wer noch kommt, so kann ich abschätzen, wie ich da mithalten kann, Es haben sich aber nur drei Mitglieder angemeldet. Eine Schande für unsere grosse Gruppe! Habt Ihr denn alle Angst vor Benno? Er tut Euch doch nichts, er will uns nur auf eine zünftige Tour mitnehmen. Um die Ehre unserer Gruppe zu retten melde ich mich an. Als erster hat sich Ernst angemeldet, der ist bei uns leicht verrufen als zu guter Alpinist; aber er kann auch zahm gehen und ich kenne seinen Bergführerschritt. Ich muss zugeben, geduldig hat er meinen Tag gerettet. Danke! Wir fahren also zum Ochsenboden und ziehen los. Am Morgen, im Schatten ist der Schnee hart und gut zu gehen. Doch das schlechte Wetter der letzten Zeit setzt uns übel zu. Die sturmgefällten Bäume sind problemlos, da können wir drumherum, unten oder oben drüber gehen. Aber die Bäche sind vom vielen Regen offen. Keine Schneebrücken! Benno sucht Stellen, wo die Wächten an den Ufern nahe beisammen sind, doch vor dem grossen Schritt geht es steil hinunter und dann wieder steil bergauf. T3? Ich bewundere Benno, wie er in den verschneiten Wäldern immer den richtigen Weg findet. In den Couloirs des Diethelm sind die Gemsen im Schnee gut zu beobachten und oben auf den Rosenhöhe überrascht uns ein Adler der vom nächsten Baum wegfliegt. Viele andere Tiere  spurten kreuz und quer im Schnee, doch die suchen wir nicht, die interessieren sich auch nicht für uns. Auf allen Alpen ist der Schnee voll von Rinnen und Furchen. Die gibt es jetzt überall; am Abend erklärt MeteoSwiss im Fernsehen mit guten Bildern wie diese entstehen. Wir geniessen heute wieder den schönsten Tag der Woche sauber leuchten rundherum die frisch verschneiten Berge. Steil beginnt unser Abstieg im tiefen Schnee; erst unten, auf guten Wegen nimmt er rasch ab. Bis zur Autotüre laufen wir auf Schnee und Eis, Sieben Stunden hatten wir die Schneeschuhe angeschnallt. Dabei habe ich am Morgen noch gespöttelt: Es ist doch ganz grün, sollen wir diese überhaupt mitnehmen? Im Sportstübli Studen feiern wir kurz Abschied. Leere Phrasen schreibe ich nicht gerne, Benno haben wir mündlich gedankt. Fazit des Tages: Mutig habe ich mich angemeldet, tapfer durchgeschlagen und die ganze Tour vollendet. Jetzt fühle ich mich trotz Muskelkater als Held und kann prahlen. Bald kommt der Frühling, und wenn sich dann wieder 30 Leute zur Tour drängen, werde ich einigen Angsthasen lautstark die Leviten lesen!   Tourenbericht: Meinrad Liebich  

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